Servus,
und vielen Dank für die freundlichen Worte.
Da es ja doch einige interessiert wie ich zu dem Avant gekommen bin, möchte ich Euch die Geschichte dazu nicht vorenthalten. Denn so etwas passiert einem nur einmal im Leben, so glaub ich jedenfalls. Hier das Ganze in 2 Versionen.
short version: (für alle Leser mit wenig Zeit)
Bekannter kennt ältere Person deren Auto mehr steht als fährt. Aber nicht wegen Unfall, Defekt oder anderen Schäden. Der Wagen wird halt einfach nur wenig bewegt. Er fädelt den Verkauf ein und ich greif zu.
extended version:
Irgendwann Jan./Feb. im Raum München.
Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit hat einer meiner Werkstattkunden (Lothar) mitbekommen das ich ein Faible für alte Autos - besonders für die mit den 4 Ringen - habe.
Damals sagte er mir er habe eine betagte Kundin die auch einen älteren Audi habe. Die Dame ist seit einiger Zeit verwitwet und fährt den Wagen nur ganz selten. Zufälligerweise ist diese Frau seine Nachbarin. Er macht die fälligen Arbeiten am Fahrzeug und bewegt es ab und zu aus der Tiefgarage auf die Straße.
Als er erwähnte es wäre ein Audi 80 aus den 90ern, und wenn die Halterin ihn aus Altersgründen verkaufen möchte könnte er mir Bescheid geben, dachte ich zuerst: "Na ja, interessiert mich eigentlich nicht so. Wahrscheinlich ein B4 wie tausend andere". Außerdem hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits drei Typ 44 und wollte mir nicht noch ein Fahrzeug zulegen.
Doch immer wieder sprach mit Lothar bei meinen Besuchen auf den Wagen an. Er erzählte mir das der Audi top dastehen würde und eine tolle Ausstattung hätte. Außerdem kaum km auf der Uhr. U.a. erfuhr ich dann im Frühjahr das erst im Okt. 2013 der Zahnriemen und die Wapu gewechselt, und auch der TÜV neu gemacht wurden. Bei dieser Gelegenheit zeigte er mir zum Beweis an seinem Bildschirm den Arbeitsauftrag der Kundin. Und als ich dann die Fahrzeugdaten las, er mir sagte das die Besitzerin irgendetwas von Verkauf erwähnte, und mir dann auch noch ihre Preisvorstellung nannte war mein Interesse schlagartig geweckt.
An diesem Tag im April meinte ich nur zu ihm. "Du, wenn die gute Frau den Wagen wirklich mal verkaufen will, dann sag mir auf jeden Fall Bescheid".
So vergingen Wochen und Monate ohne das etwas passierte. Ich besuchte die Werkstatt regelmäßig und im Sommer, glaube Ende Juli, meinte Lothar: "Ich hab mit der Nachbarin gesprochen, glaub jetzt will sie den Audi verkaufen. Wie schaut´s aus? Hast du noch Interesse? Muß dir aber sagen die hinteren Bremsen müssen bald gemacht werden". Ich meinte: "Klar doch".
Aber als er der Dame sagte er hätte einen Interessenten, da wollte sie auf einmal doch nicht verkaufen. Da war ich erstmal gefrustet.
Lothar versicherte mir jedoch immer ich wäre der Erste der den Wagen anschauen könne. Ich vertraute ihm mit der "wenn die Frau soweit ist den Wagen zu verkaufen, sag ich dir als erstes Bescheid"-Geschichte. Dann (hoffte) und dachte ich mir nur das es eine Frage der Zeit ist bis der Moment des Verkaufs kommt.
Und dieser Moment war Anfang Oktober. Er rief mich an, sagte es wär soweit und wir vereinbarten einen recht kurzfristigen Besichtigungstermin. Ich holte ihn in seiner Werkstatt ab und wir fuhren zum Objekt der Begierde. Zuerst gingen wir in die Tiefgarage wo ich den Audi das erste Mal zu Gesicht bekam. Während ich das gute Stück von außen begutachtete klingelte er bei der Besitzerin um die Wagenschlüssel zu holen. Leider war sie aber nicht zuhause. So hatte ich keine Gelegenheit den Wagen näher zu inspizieren, geschweige denn ihn probezufahren. Ich dachte das darf doch nicht wahr sein.
Doch Lothar beruhigte mich, erzählte das er die Woche davor noch mit dem Audi ein paar Km gefahren sei und alles funktioniere. Dann nannte er die gewünschte Summe und fügte auch gleich hinzu das drunter nix geht. Ohne auch nur einen Gedanken damit zu verschwenden um den Preis zu verhandeln sagte ich vor Ort zu. Er hatte auch einen Kaufvertrag dabei. Ich trug meine Daten ein und er versicherte mir der Besitzerin am nächsten Tag diesen vorzulegen. Nachdem die Dame den Rest ausgefüllt hatte rief er mich am übernächsten Tag an. Wir trafen uns, ich leistete meine Unterschrift und nahm die ganzen Papiere in Empfang.
Ja.... ich hab den S2 gekauft so wie ich ihn in der Tiefgarage gesehen habe. Ohne Probefahrt und ohne nähere Begutachtung. Und man muß sagen, Lothar´s Aussagen bezüglich des Wagens trafen vollends zu. Glücklich wie als 5jähriger an Weihnachten (und ohne Probleme) bin ich mit dem Audi die 110 km von Nähe München zu mir nach Hause gefahren.
Last but not least.
Der verlangte Kaufpreis ist eigentlich das was diese ganze Geschichte so unglaublich macht. Wäre das Fahrzeug bei irgendeiner Börse aufgetaucht hätte man wahrscheinlich die Minuten vom Einstellen bis zum Verkauf mitzählen können. Getreu dem Titel eines deutschen Schlagers aus der 1. Hälfte des letzten Jahrhunderts: "Das gibt´s nur einmal, das kommt nicht wieder..." konnte, wollte und habe ich mir - obwohl ich ja gar nicht auf der Suche war- diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen.
Und bevor jetzt die Fragen nach dem Preis kommen. Hab kein Problem damit ihn kundzutun. Allerdings nicht einfach so.
Für alle Interessierten.
Hätte ich den Wagen z.B. in Tansania gekauft wären ca. 5.969.140,- Tansania-Schilling auf den Tisch zu blättern gewesen. (Kurs heute)
Zum Schluß komme ich gerne den Wünschen nach Bildern meiner 100er nach. Der Malvenrote 4-Zylinder Einspritzer mußte allerdings für den S2 weichen.
Grüße und schöne Weihnachten
Schmiermaxe